Podiumsdiskussion am Moerike-Gymnasium am Do. 23. April
Sorge um die Zukunft unserer Demokratie?
Mit Benjamin Völkel (Vorsitzender JU Stuttgart), Ariane Zürn (SPD-Stadträtin) und Peter Svejda (Spitzenkandidat der Grünen Jugend zur Kommunalwahl)
Podiumsdiskussionen an Schulen machen mir besonders viel Spaß. Gerade junge Menschen sind noch offen für Visionen und Ideen wie wir die Zukunft richtig gestalten können. Poltikverdrossenheit? - Im Mörike-Gymansium keine Spur davon! Was mich allerdings immer wieder schockiert, ist das Image der FDP bei vielen Schülern. Nach der Diskussion kamen heute zwei Schüler zu mir, die völlig überrascht davon waren, dass die FDP genau Ihre Positionen vertritt. Das ist mir jetzt schon mehrmals passiert, aber gerade um Inhalte zu vermitteln sind Podiumsdiskussionen eine hervorragende Möglichkeit.
Sowohl vor der Diskussion als auch danach haben Wahlen bei den knapp 350 Schülern stattgefunden. Während ich mich von 12% vor der Diskussion auf 17% danach verbessern konnte, haben sich Ariane von der SPD von 26% auf 16% und Benjamin von der JU von 10% auf 6% verschlechtert. Großer Gewinner der Diskussion war Peter der bereits mit 52% gestartet war und nach der Diskussion bei 61% gelandet ist. Der hohe Anteil an Grünen-Wählern lag vielleicht auch daran, dass die Vorsitzende der Grünen Jugend Nora Dipper selbst Schülerin des Gymnasiums und eine absolute Sympathieträgerin ist.
Thematisch stand bei der Diskussion vor allem die Bildungspolitik im Vordergrund. Während sich SPD und Grüne für eine Gesamtschule und gegen das dreigliedrige Schulsystem ausgesprochen haben, habe ich ein Plädoyer für mehr Freiheit der Schulen gehalten. Meiner Meinung nach ist die Frage ob dreigliedrig, zweigliedrig oder Gesamtschule eine Phantomdiskussion - Thema verfehlt! Ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine wirklich gute Bildungspolitik erst dann hinbekommen, wenn wir den Schulen selbst mehr Entscheidungsfreiheiten geben. Schulen müssen bsp. ihre Lehrer vollkommen selbständig einstellen können und außerdem Budgets zur Verfügung gestellt bekommen, mit denen jede Schule machen kann was Sie für richtig hält. Die eine Schule benötigt vielleicht einen Schulsozialarbeiter, die andere einen Schulpsychologen und wieder andere wollen das Geld für eigene Projekte ausgeben. Ich bin der Überzeugung, dass Lehrer, Schüler und Eltern vor Ort viel besser wissen, wie eine optimale Bildung vor Ort organisiert werden kann als irgendein Ministerium oder Oberschulamt.
Insgesamt eine tolle Podiumsdiskussion und wenn ich mir vorstelle, dass die heutigen Podiumsteilnehmer in Zukunft in politische Verantwortung kommen (die Junge Union macht hier leider mal wieder eine Ausnahme) dann mache ich mir um die Zukunft unserer Demokratie nicht die geringsten Sorgen.





